BIVAGRAPH

BIVAGRAPH®

Der Xc/PA-Graph (BIAVAGRAPH) ist der Vergleich zwischen Widerstand der zellulären Masse, repräsentiert durch den Widerstand Xc, und Hydratation der gesamten Fettfreien Masse (BCM + ECW), repräsentiert durch den Phasenwinkel PA.
Der Xc/PA-Graph ist eine darstellende, qualitative Beschreibung, die das Größen-Verhältnis der Körpermassen rein grafisch, qualitativ und visuell analog analysiert. Das Ergebnis wird graphisch als Vectorpunkt im Diagramm, dargestellt. Das Verfahren ist eine rein individuelle Analyse der Körperkomposition.
Es basiert auf der Verwendung von Rohdaten der Widerstände, benötigt also weder Körpergröße, Geschlecht, Alter oder Körpergewicht. Die Daten sind also nicht normiert und ohne Beziehung auf eine bestimmte Population. Die Methode ergänzt daher in entscheidender Weise die Körperanalyse mit BIA und BIVA, weil populationsbezogene Grenzbereich von Hydratation und Nutrition einfach überprüft werden können.
Die Zellmasse bzw. die darin enthaltene Flüssigkeit wird repräsentiert durch den Membranwiderstand Xc als Teilwiderstand des Gesamtwiderstandes Z.
Zum Verständnis: Bei gleichbleibender Zellmasse, aber Vergrößerung des Flüssigkeitsvolumens, absolut oder relativ zur Zellmasse, verkleinert sich somit automatisch der Widerstand Xc im Vergleich zum Gesamtwiderstandes und vice versa.

Vergleich der Hydratation der Zellmasse mit der Hydratation der zellulären Umgebung, ausgedrückt als Verhältnis von Xc/PA (Xc/PA-Graph nach A Talluri).

Talluri A. Maggia G The Intern Jour of Artif. Organs 1995- Vol 18 n. 11 pp 687/692

Norm- oder Zielbereich der Xc/PA-Relation

Um zu entscheiden, ob das ECM/BCM-Verhältnis dem physiologischen Verhältnis entspricht oder aber verändert ist (besser oder schlechter), benötigt das System einen Referenzbereich.
Das Verhältnis von Extrazellulärer Masse ECM zur Körperzellmasse BCM liegt physiologisch bei Gesunden bei 0,95 bis 1. Das Verhältnis der Massen ist also annähernd ausgeglichen. Der Referenzbereich = Bereich des normalen Verhältnisses ist als diagonales Feld eingezeichnet. Die obere und untere Begrenzung entspricht den statistischen Grenzen der 50%-Verteilungsellipse. Dieses Feld gilt als normal und alles innerhalb des Feldes wird mathematisch als 1 bezeichnet. Jede Abweichung davon ist dann größer als 1 oder kleiner als 1.

Alle Vectorpunkte innerhalb des Feldes 1 entsprechen dem Verhältnis ECM/BCM = 1 (Grüner Punkt)
ECM und BCM sind nahezu gleich.

Bei einem Mangel an BCM = Mangelernährung liegt die Verhältniszahl unter 1, ECM/BCM > 1 (Roter Punkt) – Vectorpunkt unterhalb des Referenzbereiches, ECM höher als BCM z.B. Atrophie, Mangelernährung

Bei einer hohen Nutrition = z.B. Training liegt der Wert oberhalb von 1, ECM/BCM < 1 (Gelber Punkt) – Vectorpunkt oberhalb des Referenzbereiches , BCM höher als ECM z.B.Hypertrophie

In Zweifelsfällen lässt sich sehr schnell visuell analog beurteilen, ob wie im Falle von Mangelernährung ein Missverhältnis von BCM zu ECM vorliegt. Dieses wäre nicht nur erkennbar an der Lage des Vectorpunktes unterhalb des Referenzbereiches, sondern auch an dem relativ niedrigen Phasenwinkels PA.
Verlaufsmessungen zeigen Verschlechterungen (Abnahme des PA) oder Verbesserungen durch Intervention (Zunahme des PA) an.

Talluri A. Maggia G

Vorteil des Xc/PA-Verfahrens:
1.  Rasche Überprüfbarkeit des Nutritionsstatus, wenn dieser in der populationsbezogenen Analyse mit BIVA nicht oder nicht eindeutig beantwortet werden kann.
2.  Schnelle, individuelle Beurteilung der Körperkompartimente, unabhängig von anthropometrischen Größen oder populationsbezogener Daten als Ergänzung zur quantitativen BIA.
3.  Reine Individualanalyse der BC auf der Basis physiologischer Normalbeziehungen.
4.  Individueller Früh-Indikation für Veränderungen von Nutrition und/oder Hydratation,
die im populationsbezogenen Referenzbereich noch nicht oder nicht eindeutig
erkennbar oder zuzuordnen sind.
Folglich: Individuelle Ratio zwischen ECM/BCM versus Populationsbezogener Normalverteilung von Xc/R.
5.  Exzellentes grafisches Verfahren bei der Verlaufskontrolle bei Krankheit, bei Ernährungs-Interventionen oder auch im Training.
6.  Im Diagramm kann – insbesondere wichtig bei Verlaufskontrollen – leicht auch die
positive oder negative Veränderung des Phasenwinkels abgelesen werden.
Ein wichtiger Aspekt, weil der PA als allgemeiner Marker der Gesundheit des stoffwechselaktiven Gewebes gilt, daher häufig als „Cellular Health“ oder Marker der „Cellular Integrity“ beschrieben.Vorteil des Xc/PA-Verfahrens.

Literatur

Talluri A, Maggia G. Bioimpedance Analysis (BIA) In Hemodialysis: Technical Aspects. International Journal of Artificial Organs /
Vol. 18 / No.11, 1995;687-692

Talluri T, Evangelisti A, Liedtke R.J. Intra/Extra Cellular Fat Free Mass Spaces Defined By Bioelectrical Reactance And Phase Angle.International Conference on Electrical Bio-Impedance; Heidelberg – Germany, September 1995

Selberg O, Selberg D. Norms and correlates of bioimpedance phase angle in healthy human subjects, hospitalized patients, and patients with liver cirrhosis. Eur.J.Appl.Physiol 2002;86:509- 16.

Savino, F., et al. „The biagram vector: a graphical relation between reactance and phase angle measured by bioelectrical analysis in infants.“ Annals of nutrition and metabolism 48.2 (2004): 84-89.

Vienna, A., and G. Hauser. „A qualitative approach to assessing body compartments using bioelectrical variables.“ Collegium Antropologicum 23.2 (1999): 461-472.

Barbosa-Silva, Maria Cristina G., and Aluísio JD Barros. „Bioelectrical impedance analysis in clinical practice: a new perspective on its use beyond body composition equations.“ Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic  8.3 (2005): 311-317.


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